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Queensland - Terrarium


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Im Sommer 2003 habe ich ein großes Terrarium (100x50x40) nur für die drei Queensland-Arten eingerichtet. Das Terrarium steht an einem Nordfenster, durch das es keinerlei Sonne erreicht. Daher habe ich von Anfang an mit einer 18 Watt Leuchtstoffröhre beleuchtet. Das Substrat besteht aus Torf mit etwas Sand und Vermiculite, als Drainageschicht habe ich Blähton verwendet. Danach habe ich mit einer dünnen Glasplatte ein Drittel des Terrariums abgetrennt. In die größere Hälfte habe ich Drosera adelae, Drosera prolifera und Drosera schizandra gesetzt, in die kleinere Hälfte Utricularia praelonga und - versuchsweise - Utricularia reniformis 'large'.


Winter 2003


HERBST 2003: Nach etwa zwei Monaten sind die Pflanzen bis auf Utricularia praelonga kaum gewachsen. An Drosera prolifera konnte ich erkennen, was los war: zu wenig Licht. Ich hatte nur eine einzelne Leuchtstoffröhre direkt über die Pflanzen gehängt. Ich habe nun eine weitere Röhre über dem Becken befestigt, worauf alle Pflanzen innerhalb weniger Tage zu wachsen begonnen. Besonders Drosera adelae, Drosera prolifera und Utricularia praelonga vermehren sich sehr stark. Drosera adelae bringt es auf eine Blattlänge von 35 Zentimeter. Utricularia reniformis wächst zwar nicht besonders schnell (etwa ein Blatt pro Monat), hält sich noch aber gegen Utricularia praelonga.


Winter 2003
Winter 2003


Schön zu erkennen ist auf den obigen Bildern die intensive Rotfärbung von Drosera prolifera. Allen Pflanzen hat die zusätzliche Röhre zu besserem Wachstum verholfen, obwohl besonders bei den Arten aus Queensland immer ein schattiger Standort empfohlen wird. Das eingesetzte Sphagnummoos wird sehr schnell braun und wächst kaum noch, seit ich das Terrarium nur noch alle zwei Wochen gieße. Durch die lose Abdeckung und die Wärme der beiden Röhren verdunstet sehr viel Flüssigkeit, so dass 5 - 7 Liter alle zwei Wochen nachgegossen werden müssen. Nach dieser Zeit ist das Substrat ziemlich trocken. Diese Gießmethode habe ich mir angewöhnt, seit ich gemerkt habe, dass Drosera schizandra sehr negativ auf zu viel Nässe reagiert. Das regelmäßige Austrocknen tut vor allem dieser Art sehr gut, sie bildet seitdem viel größere Blätter und wächst richtig in die Breite.

Sommer 2004


FRÜHJAHR 2004: Drosera adelae hat es geschafft, auf die Seite der beiden Utricularien zu gelangen. An der Vorderseite des Terrariums kann man erkennen, wie sie dies gemacht hat: lange Wurzeln sind unter der Glasplatte hindurch in die Drainageschicht eingedrungen und auf der anderen Seite wieder nach oben gewachsen. Sogar in der Drainageschicht treiben kleine Ableger aus der Wurzel direkt an der Scheibe aus, die natürlich keine Chance haben, größer zu werden. Drosera adelae in Schach zu halten klappt nur, indem ich einmal im Monat mit einem Messer rund um den "Busch" der großen Pflanzen einen Kreis in die Erde schneide, um die herauswachsenden Wurzelstränge abzutrennen. Die Wurzeln verraten sich dann recht schnell durch Ableger, die sie bilden (sie verhalten sich wie ein Wurzelsteckling), an dem ich dann den abgetrennten Wurzelstrang herausziehen kann, ohne dabei größere Gruben aufzureißen.



Sommer 2004


Insgesamt ist es mittlerweile sehr zeitaufwändig, Ordnung im Terrarium zu halten. Ohne monatliche Pflege würden Drosera prolifera und Drosera schizandra sehr schnell von den langen Blätter von Drosera adelae bedeckt werden und absterben. Wer nun ein solches Terrarium einrichten will, sollte Drosera adelae richtig abtrennen und auch darauf achten, dass die Wurzeln nicht über der Erde über die Abtrennung wachsen (hat die Pflanze auch schon versucht - ich hab's aber gemerkt ;) ). Genügend Licht ist wichtig, die hohe Luftfeuchtigkeit, die die Pflanzen brauchen, kann schon durch eine einfache Abdeckung mit Alufolie oder ähnlichem erreicht werden. Die Temperatur regelt sich quasi von selbst, einstrahlende Sonne sollte wohl wegen Überhitzung vermieden werden.
Ich bin froh, dieses Terrarium zu haben, weil ich bei den gut wachsenden Pflanzen sehr schnell ein natürlich aussehendes kleines Fleckchen Australien (mit extrem hoher Pflanzendichte und zwei "Exoten"...) erhalten habe.


FRÜHJAHR 2005: Im Herbst letzten Jahres habe ich in einem Rundumschlag Drosera adelae komplett herausgenommen, die Abtrennungen besonders an den Rändern abgedichtet und die Pflanzen neu eingesetzt. Dabei habe ich auch gleich den rechten Teil des Beckens mit Drosera prolifera und Drosera schizandra mit neuer Erde versorgt. Danach habe ich wochenlang leider nicht nach dem Terrarium geschaut, leider haben sich in der Zwischenzeit Trauermücken eingenistet. Diese haben Drosera prolifera und Drosera schizandra bis auf eine kleine Pflanze von Drosera prolifera ins Jenseits befördert. Ich werde mich auf der nächsten Jahreshauptversammlung wohl neu eindecken müssen.
Drosera adelae können Trauermücken nichts anhaben, dazu wachsen die Wurzeln zu schnell. Utricularia praelonga hat ebenfalls keinen Schaden genommen. Von Utricularia reniformis sehe ich nicht viel, nur ein oder zweimal im Jahr ein Blatt, welches aber recht schnell vertrocknet. Nachdem Utricularia praelonga drei Blütentriebe gegen die Leuchtstoffröhren getrieben hat, habe ich es jetzt geschafft, einen Blütenstiel "umzuleiten", woraufhin dieser jetzt dreißig Zentimeter gewachsen ist und nun endlich eine schöne gelbe Blüte gebildet hat. Ich hatte sie mir spektakulärer vorgestellt... Fotos davon findet ihr bei den Utricularien (na dann nix wie hin).

Frühjahr 2005
(rechts trauermückenbedingte Leere...)



HERBST 2005: Den Sommer über hat sich einiges getan. Nachdem ich die Erde im rechten Teil komplett ausgetauscht und Drosera prolifera neu eingesetzt habe, wachsen die Pflanzen wesentlich besser als noch vor der Trauermückenattacke. Das liegt wohl an dem zusätzlichen Quarzsand, den ich beigemischt habe. Denn ansonsten habe ich die Bedingungen nicht geändert.
Drosera adelae schneide ich jetzt regelmäßig zurück bzw. stecke auch mal mit dem Messer ganze Pflanzen heraus. Sobald sie nämlich zu eng wachsen, sehen sie nicht mehr hübsch aus. Sie treiben viele Blüten, die eine leichte Lachsfärbung haben.
Erfreuliches gibt es auch von Utricularia praelonga zu vermelden: die Pflanzen stehen mittlerweile fast eineinhalb Jahre im Terrarium und scheinen mittlerweile gut angewachsen zu sein. Sie treiben sehr viele Blüten. Zwar verbrennt die Hälfte an den Leuchstoffröhren, aber viele wachsen daran vorbei oder auf dem Boden entlang und bringen etwas Farbe ins Becken.

Herbst 2005


Fortsetzung folgt...







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