Da hieß es doch immer: Zwergsonnentaue vermehrt man durch Brutschuppen. Selten werden dann auch mal Samen einiger Arten angeboten. Aber Blattstecklinge - da hieß es immer, das ginge nicht.
Natürlich habe ich das sofort geglaubt. Warum ich es trotzdem ausprobiert habe, ist ganz einfach: Ich habe im Frühjahr 2002 meine erste Drosera prolifera bekommen. Nun kann man diese wirklich gut
über alle möglichen Stecklinge vermehren - nur hat dies über Wochen nie funktioniert. Dies zeigte mir, dass Blattstecklinge durchaus sehr hohe Ansprüche an die Bedingungen stellen können. Daraufhin habe ich Tests mit Arten gemacht,
bei denen es angeblich nicht funktionieren durfte.
Drosera burmanni war aussichtslos. Kein einziges der zig Blätter, die ich unter den verschiedensten Bedingungen auslegte, hat ausgetrieben. Auch die Ergebnisse von Byblis liniflora waren - wenn man von einigen völlig zerrupften Pflanzen absieht -
nicht sichtbar...
Anders bei den Zwergsonnentauen. Auch hier habe ich dutzende von Blättern ausgelegt. Ein (!) einziges ist nun ausgetrieben. Es handelt sich um das Blatt einer Drosera pulchella typ salmon flower von
Plantarara. Es lag völlig abgedeckt mit Folie auf reinem Torf bei ca. 25 °C unter einer 150 Watt CDM-TD ca. 8 Wochen lang herum, wurde sehr schnell braun-rot und trieb dann letzten Endes doch noch aus.
Zu sehen ist das auf den Fotos sehr gut, da das Blatt sich nach oben wölbt und man die Pfahlwurzel sehen kann. Auch den Auswuchs direkt aus dem Blatt kann man einigermaßen erkennen.