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Inhalt dieser Seite:
1. Läuse
2. Pilze
2.1 Mehltau
2.2 Schimmel
3. Wurzelkrankheiten
4. Mangelerscheinungen

1. Läuse




Die Volkskrankheit der fleischfressenden Pflanzen sind Läuse. Meistens sind es Blattläuse, bei hartlaubigen Pflanzen wie Sarracenien und Heliamphoren siedeln sich gern auch mal Schildläuse an. Wollläuse fühlen sich bei Dionaea besonders wohl.
Während die kleinen Schildläuse leicht abzuwischen sind und den großen Sarracenian nur bei sehr starkem Befall gefährlich werden können, sind Blattläuse schon beim ersten Befall sehr gefährlich. Besonders Dionaea und Drosera reagieren extrem empfindlich mit Krüppelwuchs. Eine erfolgreiche Bekämpfung ist allerdings nicht schwierig:


SpritzmittelKlappt gut bei Dionaea, wenn man vorsichtig damit umgeht und vielleicht auch ein biologisch abbaubares Mittel verwendet. Bei Drosera sind Spritzmittel vorsichtig anzuwenden, da schädliche Substanzen über die Verdauungsdrüsen aufgenommen werden können. Ein gut wirkendes und verträgliches Mittel ist zum Beispiel Neudorff Spruzid in geringerer Konzentration als angegeben (etwa halb so viel Konzentrat bei vorgeschriebener Menge Wasser verwenden).
LäusestäbchenDie gibt's im Baumarkt mit Gartenabteilung oder im Gartencenter. Sie werden meistens direkt ins Wurzelwerk gesteckt und wirken dann von innen. Problem: welche Wurzeln?!? Meistens dauert es zu lange bis das Mittel durch eine der wenigen Wurzeln in die Pflanze gelangt ist. Falls man es doch probieren will: vorsicht vor Stäbchen mit Dünger!!! Unbedingt welche ohne Dünger verwenden (zum Beispiel von der Marke "Paral").
AbsammelnKlappt gut bei übersichtlichen Pflanzen wie Dionaea oder Sarracenia, ist bei Drosera aber ziemlich aussichtslos. Es ist aber trotzdem die beste Methode, da man der Pflanze nicht im Geringsten schadet.
AbwaschenEine kleine Strapaze für die Pflanze, funktioniert aber wenigstens gut: Pflanze austopfen und unter kaltem (!) Wasser solange abbrausen , bis alle Läuse abgespült oder erdrückt sind. Später hat die Pflanze zwar keine Tröpfchen mehr, die kommen aber bald wieder. Unbedingt neues, läusefreies Substrat verwenden.


Generell gibt es kein 100%iges Mittel gegen Blattläuse bei fleischfressenden Pflanzen, es gilt einfach: je früher man den Schaden erkennt, desto größer sind die Chancen, die Pflanze zu retten. Eine befallene Pflanze sollte auch sofort von anderen Pflanzen getrennt werden, da sich die Läuse mit ziemlicher Sicherheit nach weiteren Plätzchen umsehen werden. Eine Erkennung vor der Schädigung der Pflanze ist durch andere Insekten möglich: Ameisen besuchen Blattlauskolonien regelmäßig, da sie mit den Läusen in einer Art Symbiose leben. Führt also eine "Ameisenstraße" zu einer Planze, dann hat diese mit ziemlicher Sicherheit irgendwo eine Blattlauskolonie sitzen. Werden die Läuse nicht rechtzeitig entfernt, reagiert die Pflanze mit Krüppelwuchs. Eingerollte Blätter, gewellte Blattränder und kümmerliche neue Triebe sind ein deutliches Zeichen für einen Schädlingsbefall - in den meisten Fällen Blattläuse.
Bei Venusfliegenfallen ist der Befall schwerer festzustellen. Die Läuse kann man hier nicht sehen, da sie sich häufig in den frischen Blättern verstecken. In den ungeöffneten Fallen können die Läuse ungestört die Pflanze anzapfen, bevor sich das Blatt öffnet - falls es sich aufgrund der Schwächung überhaupt noch öffnet. Ein Foto einer befallenen Pflanze ist unten zu sehen. Die Pflanze hatte äußerlich erkennbar keinerlei Schädlinge. Nur in den Fallen waren einzelne Läuse zu finden.








1. Pilze

Pilze bilden sich immer dann, wenn sie geeignete Bedingungen vorfinden. Um Pilze zu bekämpfen, empfiehlt sich deshalb eher eine Veränderung der Kulturbedingungen als eine chemische Bekämpfung der Pilze. Zwar kann man jeden Pilz mit einem entsprechenden Mittel wegbekommen, aber er wird innerhalb weniger Tage wiederkommen, wenn er immer noch die gleichen guten Wachstumsbedingugen vorfindet.

1.1 Mehltau

Man unterscheidet zwischen dem Echten und dem Falschen Mehltau. Welche der Arten nun immer wieder meine Pflanzen befällt, kann ich leider nicht sagen. Die Ursachen für die Pilzbildung sind mir aber mittlerweile klar: Mehltau entsteht immer dann, wenn die Pflanzen mit feuchtem Substrat in unbewegter Luft, auch kühl, stehen. Sobald ich meine Sarracenien zum Winter hin in den Wintergarten stelle, breitet sich der Mehltau aus. Dabei befällt der graue, feine Pilz nur die Rhizome, was die Pflanzen innerhalb kürzester Zeit eingehen lässt. Sofern der Mehltau früh genug entdeckt wird, kann man ihm noch mit Spritzmitteln wie Saprol Pilzfrei bekämpfen. Schwefelhaltige Mittel sollen dabei besonders wirksam sein. Um den Mehltau auf Dauer loszuwerden hilft allerdings nur eine trockenere Haltung sowie regelmäßiges Durchlüften.

1.1 Schimmel

Weiße oder graue Schimmelbeläge, die sich auf der Substratoberfläche ansiedeln, hat wohl jeder Pflanzehalter schon einmal gesehen. Die zerdrückten Pilze hinterlassen eine schleimige Oberfläche und kommen innerhalb weniger Stunden wieder. Und zwar genau dann, wenn das Klima angenehm warm und feucht ist. Schimmelpilze sind unempfindlich gegen Luftzug, dafür können sie aber Trockenheit nicht leiden. Befallene Töpfe sollten also vorübergehend trockener gehalten werden, dann hat sich das Problem sehr schnell erledigt.




3. Wurzelkrankheiten

Karnivoren haben fast durchweg ein sehr schwach ausgebildetes Wurzelwerk. Einzig Utricularia und Genlisea bilden mit weiten Verzweigungen die Ausnahmen. Werden einige dieser wenigen Wurzeln von Schädlingen befallen oder sonstwie geschädigt, stirbt die Pflanze relativ schnell ab. Eine sehr häufige Wurzelkrankheit ist die Wurzelfäule. Strenggenommen zählt diese eigentlich zu den Pilzkrankheiten, da die Erreger Pilze sind. Allerdings ist dies nicht wirklich bekannt, so dass ich sie hier mal als eigenen Punkt aufliste.
Wurzelfäule entsteht bei Zierpflanzen gerne, wenn die Pflanzen zu lange Zeit in modrigem Wasser in einem dichten Übertopf stehen. Die Luft kann nicht zirkulieren, das Wasser wird immer älter und abgestandener, die Wurzeln bekommen nicht genügend Luft und der Pilz kann sich ausbreiten. Wurzelfäule erkennt man in der Regel immer erst, wenn es bereits zu spät ist: die Pflanze kümmert, bildet gelbe Blätter und bereits die neue austreibenden Blätter und Triebe sind braun.
Eine Pflanze mit Wurzelfäule muss so schnell wie möglich in frisches, nur leicht feuchtes und möglichst luftiges Substrat gesetzt werden. In einigen wenigen Fällen überleben die Pflanzen die Krankheit und treiben irgendwann wieder grüne Blätter aus.




4. Mangelerscheinungen

Fleischfressende Pflanzen sind von Natur aus Schwachzehrer. Das bedeutet, dass sie auch ohne viele Nährstoffe im Boden auskommen. Moore bestehen aus Torf, der wiederum zersetzes Sphagnum ist und damit extrem nährstoff- und mineralarm ist. Eine fleischfressende Pflanze mit für Zierpflanzen typischen Mangelerscheinungen wie z.B. Eisenmangel habe ich noch nicht gesehen. Dafür kann es der Pflanze aber an anderen Dingen fehlen. Zum Beispiel kann es sein, dass eine Pflanze zu wenig Licht bekommt. Das zeigt sich recht schnell in der Wuchsform: eine grüne, dünn wachsende, oftmals schlaksig in die Höhe schießende Pflanze hat definitiv ein Sonnenbad mehr pro Tag nötig. Die meisten Karnivoren besitzen Pigmente, die sich schön rot ausfärben wenn die Pflanze genug Licht bekommt. Diese Ausfärbung ist das beste Zeichen für einen genügend hellen Standort.