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Inhalt dieser Seite:
1. Samen
1.1 Tabelle zur Samenvermehrung
1.2 Aussaatsubstrat
1.3 Pflege der Aussaattöpfe
1.4 Pikieren
1.5 Krankheiten
1.6 Bestäubung von Blüten
2. Blattstecklinge
2.1 Ungeeignete Pflanzen
2.2 Allgemeine Anleitung zum Legen von Blattstecklingen
3. Brutschuppen
3.1 Allgemeines
3.2 Standortversuche
4. Wurzelstecklinge
5. Kopfstecklinge
6. Teilung
7. Abmoosen


1. Samen

Samen sind meistens die einfachste und quantitativ beste Methode, fleischfressende Pflanzen zu vermehren - allerdings auch die Langwierigste. Bis eine kleine Venusfliegenfalle so richtig schöne große Fallen ausbildet und blüht, kann es schonmal drei oder vier Jahre dauern. Auch Sarracenien haben eine wunderbar hohe Keimrate - bis aus dem kleinen Sämling dann aber eine große Pflanze geworden ist, dauert es ein paar Jahre. Wieder andere Arten sind nur sehr schwierig und mit hohen Ausfallraten über die ersten Monate hinwegzubringen, was größtenteils auf Krankheiten und unangepasste Kulturmethoden zurückzuführen ist. Dazu aber später mehr.

Jetzt gibts erstmal ein paar Fotos:

Byblis liniflora Sämling Nepenthes Sämlinge Drosera regia Sämling



1.1 Tabelle zur Samenvermehrung

Als Nächstes nun eine Tabelle mit den Pflanzen, bei denen eine Vermehrung über Samen ratsam ist, jeweils mit Keimzeit und weiteren Bemerkungen zur Samenbehandlung, Haltbarkeit und Sonstigem. Die Gattungen Nepenthes und Roridula sind nicht aufgeführt, da ich in diesem Gebiet noch überhaupt keine Erfahrungen habe.


Vermehrung durch Samen
GattungHaltbarkeitKeimdauerVorbehandlung/Aussaat der SamenSonstiges
Drosera Im Kühlschrank mehrere Monate 2-4 Wochen Keine Vorbehandlung nötig. Samen nur aufs lockere, feuchte Substrat aufstreuen und ev. leicht andrücken. Auf keinen Fall mit Substrat bedecken oder von oben gießen! Ausgenommen aus der Gruppe der Droseras sind: Queenslanddrosera, die meisten Knollendrosera, Dr. regia (siehe Dr. regia) sowie alle Zwergdrosera
Drosera regia Im Kühlschrank einige Monate 3-4 Wochen Ev. Vorbehandlung durch kurzes Vorquellen der Samen. Samen dann aufs Substrat aufstreuen und leicht andrücken. Samen von Dr. regia sind wesentlich größer als alle anderen Drosera-Samen. Sie sind außerdem wärmebedürftiger und damit gleichzeitig schimmelgefährdet. Sämlinge werden bei mir des öfteren vom einen auf den anderen Tag schwarz...
Sarracenia Im Kühlschrank bis zu eineinhalb Jahren 3-6 Wochen Die Samen sollten vor der Aussaat für einige Wochen in den Kühlschrank gelegt werden. Am besten stellt man den ganzen Aussaattopf in den Kühlschrank. Ungekühlte Samen keimen wesentlich schlechter.
Samen aufs Substrat aufstreuen und leicht andrücken. Im Anstau bewässern, schimmelnde Samen sofort raussuchen.
Das extrem langwierige Heranwachsen der Pflanzen lässt die Vermehrung über Samen ein wenig fragwürdig erscheinen. Allerdings sind die Keimraten bei viel Licht (und natürlich frischen Samen) sehr hoch und nur wenige Pflanzen bleiben wegen Krankheiten auf der Strecke.
Dionaea Im Kühlschrank wenige Monate 2-5 Wochen Samen vor der Aussaat einige Wochen kühlen, dann keimen sie wesentlich besser. Wie alle anderen Lichtkeimer, deswegen nur aufstreuen. Auch hier dauerts ziemlich lange bis die Pflanze eine akzeptable Größe erreicht hat. Dass aber auch schon die ersten kleinen Fallen der Pflanze voll funktionsfähig sind, ist ziemlich faszinierend und Grund genug, es mal mit Samen zu versuchen.
Darlingtonia ähnlich wie Sarracenia? 2-6 Wochen Vorquellen bringt wenig. Bei genügend Licht gute Keimrate, Sämlinge wachsen sehr langsam, sind aber dafür auch recht robust was Pikieren/Gießen und Temperatur angeht.
Byblis liniflora Im Kühlschrank wenige Monate 1-3 Wochen Auch hier kann vorgekühlt werden. Byblis liniflora ist ebenfalls Lichtkeimer Bei dieser Pflanze ist die Vermehrung über Pflanzen das effektivste Mittel: die Samen keimen extrem schnell, haben eine geringe Ausfallrate, werden von den großen Pflanzen in Masse produziert und die Sämlinge wachsen sehr, sehr schnell zu blühfähigen Pflanzen heran.
Drosophyllum lusitanicum ? ? ? Ich bin gerade aum Ausprobieren, deswegen stehts hier schonmal drin. Nähere Angaben folgen.
Pinguicula ? etwa 3 Wochen ? ? Zwei Pinguicula-Arten, deren Samen ich bei der GFP bestellt hatte, keimen sehr gut (Pi. caerula und Pi. mundii). Die Pflänzchen haben zwei bis drei Blätter gebildet und wachsen nun überhaupt nicht mehr - ?


1.2 Geeignetes Aussaatsubstrat

Das Aussaatsubstrat sollte möglichst locker sein, wie es meistens auch bei den ausgewachsenen Pflanzen der Fall ist. Zusätze wie Quarzsand und Vermiculite/Perlite sind durchaus sinnvoll. Das einzige, was man meiner Meinung nach beachten sollte, ist die Größe der Torfstückchen. Man sollte das fertig gemischte Substrat einmal grob durchsieben, um die größten Brocken zu entfernen. Wenn nämlich die Samen später auf so einem Brocken liegen, bei dem der Torf ja ziemlich dicht zusammengepresst ist, dann können sie nicht anwurzeln. Ich mache es immer so, dass ich das fertig gemischte Substrat in einem Behälter hin- und herschüttele. Dabei kommen (aus diversen physikalischen Gründen) die großen Stücke im Substrat an die Oberfläche. Die streiche ich dann einfach ab und verwende sie für das Substrat von größeren Pflanzen, denen das nichts mehr ausmacht.
Bevor man die Samen aussät, sollte man das Substrat gut durchfeuchten. Am besten stellt man es für eine halbe Stunde in einen gut gefüllten Untersetzer und streut danach erst die Samen aus.

1.3 Pflege der Aussaattöpfe

-> Kleines Preissausschreiben: Wer ein weiteres Wort mit drei Doppelbuchstaben hintereinander findet (AuSSAATTöpfe), darf sich was wünschen ;) <-
Die Aussaattöpfe sollten immer im Anstau bewässert werden. Oben auf die Samen zu gießen verbietet sich von selbst. Ob es diverse Arten gibt, deren Samen keinen Anstau mögen, sondern lieber etwas trockener stehen, weiß ich leider nicht. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass dies bei Drosophyllum der Fall ist, da diese Pflanze ja trockene Böden gewöhnt ist... vielleicht belehrt mich ja mal irgendjemand ;) .
Der Standort der Töpfe ist ein wichtiger Faktor, der unter anderem auch die Keimrate und Keimdauer wesentlich beeinflusst. Stehen die Töpfe zu dunkel, dauert es erstens länger, bis die Samen keimen. Zweitens kann sich Schimmel schneller ausbreiten und so Samen vernichten. Also, die Töpfe so sonnig wie möglich stellen und besonders bei schimmelanfälligen Samen wie denen von Sarracenien öfters mal nachschauen und verschimmelte oder anschimmelnde Samen heraussuchen.
Weiterer wichtiger Punkt: die Luftfeuchtigkeit. Eine leichte Anhebung kann für die Keimdauer nicht schaden, wenn man die Samen z.B. mit einer Folie abdeckt oder in ein kleines Gewächshaus stellt. Jetzt aber bitte Vorsicht: Abgedeckt + Viel Sonne = ziemlich schnell ziemlich hohe Temperaturen, was zwar für die Samen meistens nicht schlecht ist, aber dem Schimmel extrem gut gefällt!

1.4 Pikieren

Stehen die Sämlinge so dicht, dass sie sich gegenseitig am Wachsen hindern, dann muss pikiert werden. Tut man dies nicht, dann werden die Stärksten Pflanzen die Schwachen überwachsen und ihnen das Licht nehmen. Um das zu verhindern müssen die Pflanzen vereinzelt werden. Wie man das jetzt genau macht, weiß ich auch nicht, gibt es da überhaupt Vorschriften? Ich nehme meistens nur die größten Pflanzen raus und pflanze sie in kleine Töpfe. Dadurch wachsen die anderen immer mehr nach und ich kann so nach und nach alle pikieren. Das ist nicht so mühsam und nicht so ein großer nachmittagsfüllender Zeitakt, den man haben würde wenn man den ganzen Topf auf einmal pikiert. Außerdem sind wie gesagt viele von den Sämlingen noch so klein, dass ein Pikieren wenig Sinn macht und auch nur mit einer Lupe möglich ist.

1.5 Krankheiten

Hier sind zuallererst Pilze, besonders Schimmel zu nennen. Sämlinge, welche vom einen auf den anderen Tag braun werden und Umfallen, kommen häufig bei Pflanzen wie Byblis, Roridula und einigen Droseras wie z.B. Drosera regia vor. Meistens liegt das an dem durch Pilze angegriffenen Wurzelwerk der Pflanze, welches bei einer kleinen Pflanze ohnehin nicht besonders ausgeprägt ist. Vor allem Samen, die eine hohe Luftfeuchte zum Keimen benötigen, wie z.B. Nepenthes-Samen, sind schon allein dadurch gefährdet, dass sich bei Wärme und hoher Luftfeuchte Pilze auf der Substratoberfläche ansiedeln.
Wirksame Mittel dagegen sind einerseits Pilzbekämpfungsmittel wie z.B. Saprol Pilzfrei, welches bei mir auch von Drosera-Sämlingen gut vertragen wird. Des Weiteren kann man durch einen Substratwechsel das verpilzte Substrat schnell loswerden, sobald die Sämlinge eine gewisse "umtopffähige" Größe erreicht haben.

1.6 Bestäubung von Blüten

Ich habe mich bemüht, alle auf Carnivorenseiten auftauchenden Begriffe erst einmal zu ordnen und nachzuschlagen:







2. Blattstecklinge

Wie der Titel schon sagt: Stecklinge aus den Blättern der Mutterpflanze. Stecklinge wachsen wesentlich schneller zu ausgewachsenen Pflanzen heran als das bei Samen der Fall ist. Allerdings kann man erstens unmöglich so viele Blätter von der Mutterpflanze entfernen, die man benötigen würde um die Anzahl der Sämlinge zu erreichen. Zweitens schadet man mit jedem abgetrennten Blatt der Mutterpflanze. Man sollte also vorsichtig sein und das Stecklinglegen nicht übertreiben, wenn man nicht seine Mutterpflanze aufs Spiel setzen will.

Also, erst mal Fotos.

Di. muscipula Steckling Cephalotus follicularis Steckling Drosera prolifera Steckling Drosera schizandra Steckling


2.1 Welche Pflanzen sind NICHT geeignet?




2.2 Legen von Blattstecklingen

Zuerst sollte man sich eine kräftige Pflanze aussuchen, die genug Blätter hat, so dass sie ein oder zwei abgeben kann. Dann trennt man das Blatt vorsichtig ab, z.B. in dem man es nach unten in Richtung der Wurzeln zieht. Das funktioniert am Besten während dem Umtopfen. Man kann aber auch ein Messer oder eine Schere nehmen und das Blatt abtrennen. Da aber so viel wie möglich von der hellen, direkt am Rhizom oder am Stiel sitzenden Blattbasis mitgenommen werden sollte, ist die erste Methode sinnvoller.
Anschließend legt man das Blatt auf feuchtes, lockeres Substrat auf. Ich stecke immer die Blattbasis etwas ins Substrat, damit es besser Feuchtigkeit ziehen kann. Ob das aber sinnvoll ist, weiß ich nicht. Funktionieren tut es auf jeden Fall.
Die Luftfeuchtigkeit muss hoch gehalten werden. Am besten deckt man den Topf mit einer Folie ab, stülpt eine Plastiktüte über oder stellt das ganz in ein Terrarium. Der Steckling sollte hell stehen, aber nicht der Mittagssonne ausgesetzt werden, besonders dann nicht, wenn kein großer Luftaustausch stattfindet, d.h. der Steckling z. B. in einer Plastiktüte steht, in der sich die Hitze anstaut.
Nach ca. 2-4 Wochen treiben die meisten Drosera-Stecklinge aus. Bei Dionaea und Pinguicula dauert es etwas länger. Arten wie Cephalotus benötigen teilweise ein halbes Jahr, bis sich etwas tut. Auf keinen Fall sollte man ungeduldig werden und nachschauen. Dadurch kann man leicht den ganzen Steckling zerstören, falls er gerade dabei ist, anzuwurzeln. Wenn's mal nicht klappt, dann erkennt man das auch am Zustand des Blattes: ist es komplett braun und fängt schon an, zu verrotten, dann kann man so langsam mal einen neuen Versuch starten ;) . Im Zweifelsfall aber lieber immer noch ein bißchen stehen lassen, vielleicht tut sich ja doch noch was.






3. Brutschuppen


3.1 Allgemeines

Alle Zwergsonnentaue bilden Brutschuppen. Sie sind die einzigen Karnivoren, die dies tun. Sie lassen sich weder über Samen noch über Blattstecklinge vermehren. Dafür sind die Brutschuppen allerdings auch eine sehr effektive Vermehrungsmethode.
Im Herbst, meistens im Oktober, ziehen die Pflanzen ihre Blätter nach unten. In der Mitte der Pflanze bildet sich ein Kranz aus weißen Haaren. In der Mitte quellen nun förmlich kleine grüne Kugeln heraus. Nun wartet man einfach, bis diese von selber abfallen, sammelt sie auf und streut sie in die Aussaatgefäße, oder man berührt sie vorsichtig. Wenn sie dabei fast von selbst abbrechen, sind sie reif.
Die Brutschuppen müssen unbedingt gleich in die Endgefäße ausgestreut werden, da man die meisten Zwergsonnentaue wegen der langen, dünnen Pfahlwurzeln nicht umtopfen kann. Wer es trotzdem probiert, der wird eine sehr hohe Ausfallrate bei seinen umgetopften Pflanzen vermerken können (spreche ich da wohl mal wieder aus eigener Erfahrung ?!? *kopfkratz*).

Ich habe mich im August und September ziemlich verzweifelt versucht schlau zu machen, wo ich meine Zwerge denn jetzt genau hinstellen muss, damit sie auch Brutschuppen ausbilden. Ich habe insgesamt nur sehr vage und lückenhafte Hinweise bekommen. Martin sagte mir, dass es etwas mit der Tageslichtlänge zu tun hat. Andere behaupteten, es hätte mehr mit der Temperatur zu tun. Da dies mein erstes Jahr mit Zwergsonnentauen ist, habe ich beschlossen, nichts dem Zufall zu überlassen und meine Zwerge an sämtlichen geeigneten Plätzen in, um und auf dem Haus verteilt. Dann werde ich ja sehen, was am Besten ist. Ich lege hier schonmal eine Tabelle an, in die ich die Ergebnisse dieses Feldversuches dann eintragen werde. Die eigentliche Versuchspflanze ist Dr. roseana, da dies die Einzige ist, von denen ich genug Töpfe habe, um sie an alle Standorte zu verteilen. Dann kann ich genau die Unterschiede beobachten. Ich werde aber auch die Ergebnisse der anderen Arten aufschreiben, denn wenn ich mir schonmal die Mühe mache, dann wenigstens gleich richtig.
Darunter gibts noch einige interessante Infos von Alex, der sich netterweise die Mühe gemacht hat, und mir die Fortschritte bei der Brutschuppenbildung seiner eigenen Pflanzen mitgeteilt hat. Vielen Dank dafür!


3.2 Standortversuche


Standortversuche mit Zwergsonnentauen im Herbst
StandortGattungenBedingungenBrutschuppenbildungBeobachtungen
Im Freien Dr. roseana, Dr. stelliflora, Dr. ericksonae x pulchella Geschützt durch Hauswand, täglich ca. 5 Stunden lang volle Sonne, ansonsten normale Tageslichtlänge für diese Jahreszeit. Nachts Abkühlung auf momentan ca. 5-7 °C Bei Dr. roseana am 2.10. erste Brutschuppen zu sehen!
Brutschuppenernte (1.) am 14.10. bei Dr. roseana und Dr. ericksonae x pulchella
5.11. dr. stelliflora bildet ebenfalls BS
Die Blätter der Pflanzen klappen die Tentakeln nach innen. Wahrscheinlich ist es doch zu kalt nachts.
Im Wintergarten Dr. scorpioides, Dr. roseana Licht wie im Freien, wesentlich wärmer nachts, ca. 10-15°C. Tagsüber gleiche Temperatur wie draußen am 15.10. erste BS bei Dr. roseana zu erkennen, erste Ernte am 2.11.
2.11. dr. scorpioides fängt an
noch nichts zu erkennen
Auf der Fensterbank, Südseite Dr. nitidula, Dr. roseana, Dr. paleacea ssp. roseana, Dr. manni, Dr. enodes, Dr. callistos, Dr. pulchella Licht wie im Freien, nachts kaum Abkühlung 2.11. dr. pulchella und dr. paleacea ssp. roseana bilden BS aus
10.11. Dr. nitidula und Dr. enodes bilden BS
noch nichts zu erkennen
Auf der Fensterbank, Nord-Westseite Dr. roseana, Dr. enodes kein direktes Sonnenlicht, Tageslichtlänge gleich 27.10. erste BS bei dr. roseana zu sehen.
5.11. Dr. enodes bildet BS
noch nichts zu erkennen
weitere Versuche von Alex
StandortGattungenBedingungenBrutschuppenbildungBeobachtungen
Ostfenster im Terrarium Dr. scorpioides, Dr. ericksonae x pulchella 22 °C, 70% Luftfeuchtigkeit noch nichts zu erkennen noch nichts zu erkennen



Auch hier sollt Ihr natürlich eure Fotos bekommen ;) auch hier sorry wg. der schlechten Qualität - es geht um weniger als einen halben Zentimeter...
Hier sieht man auch gut die unterschiedlichen Formen der Brutschuppen: bei Dr. roseana sind sie eindeutig als kleine Kugeln erkennbar, bei Dr. ericksonae x pulchella hätte ich das Absammeln fast verpasst, da die Brutschuppen im Prinzip wie frische Blätter aussehen. Ich habe mich nur gewundert, warum diese Blätter dann auf einmal abfielen ;)

Dr. roseana mit BS Dr. ericksonae x pulchella mit BS Brutschuppe von Dr. roseana







4. Wurzelstecklinge

Wurzelstecklinge sind eine gute Alternative zu Blattstecklingen. Besonders bei Pflanzen mit wenig Blättern und Pflanzen, welche keine Blattstecklinge bilden, ist diese Methode empfehlenswert. So ist zum Beispiel Drosera regia nicht dazu zu bewegen, aus Blättern Stecklinge zu treiben - Wurzelstecklinge funkionieren dagegen recht gut.
Um einen Wurzelsteckling zu legen benötigt man ein 1-2 Zentimeter langes, sauber abgeschnittenes Stück einer Wurzel. Dieses Stück legt man dann auf feuchten Torf und drückt es fest an. Bei manchen Arten hilft es, die Wurzel mit ein wenig Torf zu bedecken (z.B. Drosera adelae). Nach einigen Wochen treiben dann aus der Wurzel kleine Pflänzchen aus. Es sind in der Regel nicht so viele wie die aus einem Blatt austreibenden Pflänzchen, dafür wachsen sie aber dann auch schneller.

Geeignete Pflanzen:


  • Alle "normalen" Drosera, Queenslanddrosera, Drosera regia
  • Dionaea

    Ungeeignete Pflanzen:


  • Zwergsonnentaue
  • Petiolaris-Drosera
  • Nepenthes
  • Sarracenia
  • Darlingtonia
  • Cephalotus
  • Pinguicula
  • Heliamphora




    5. Kopfstecklinge

    Im Prinzip das Gleiche Verfahren wie bei Blatt- und Wurzelstecklingen. Nur werden andere Teile der Pflanze verwendet. Für einen Kopfsteckling trennt man den oberen Trieb mitsamt einigen Blättern von der Pflanze ab. Diesen Teil steckt man dann senkrecht ins feuchte Substrat, möglichst luftig (Sphagnum zum Beispiel). Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht unbedingt nötig, da der zu bewurzelnde Teil der Pflanze ja in der Erde liegt. Nun dauert es einige Wochen, bis der Steckling Wurzeln ansetzt und am oberen Ende weiter austreibt. Geduldig muss man auf jeden Fall sein - jede Woche einmal ausgraben und nachsehen ist verboten!

    Für Kopfstecklinge sind (unter anderem) folgende Pflanzen gut geeignet:

    Nepenthes:

    Nepenthes können weder über Blatt- noch über Wurzelstecklinge vermehrt werden. Bei mehrtriebigen Pflanzen bieten sich Kopfstecklinge an, besonders wenn die Mutterpflanze ohnehin zu groß ist. In der Regel treiben an der Schnittstelle ein oder mehrere neue Triebe aus.

    Byblis:

    Kopfstecklinge sind bei Byblis die einzig mögliche vegetative Vermehrungsmethode. Zusätzlich ist zu beachten, dass bei den Stecklingen alle vorhandenen Blüten und Blütentriebe entfernt werden müssen, da der Steckling sich sonst auf die Blütenbildung konzentriert und keine Wurzeln treibt. Probiert habe ich Kopfstecklinge bisher bei Byblis liniflora und Byblis filifolia - beides erfolgreich (mit viel Geduld).





    6. Teilung

    Größere, strauchartig wachsende Pflanzen wie Sarracenia, Darlingtonia und Heliamphora sind bisher bei der vegetativen Vermehrung immer nur in der Liste der ungeeigneten Pflanzen zu finden gewesen. Stecklinge jeglicher Art funktionieren hier leider nicht. Wer nun nicht unbedingt über Samen vermehren möchte, der kann einfach warten, bis seine Pflanze von selbst Ableger und Ausläufer bildet. Sarracenien und Kobralilien bilden zum Beispiel mit der Zeit große Horste, die man im dann am besten im Frühjahr ausgräbt und die einzelnen Pflanzen vorsichtig voneinander trennt. Dabei muss man meistens Wurzeln oder dickere Verbindungen mit dem Messer trennen. An jeder abgetrennten Pflanzen muss das Rhizom mit einigen Wurzeln möglichst unbeschadet bleiben.
    Sumpfkrüge bilden zum Winter mehrere Ausläufer, sobald die Mutterpflanze ein gewisses Alter erreicht hat. Zwergkrüge tun dies ebenfalls, wobei hier die Trennung recht gefährlich ist. Aus- und Umtopfen mag diese Art ohnehin schon nicht - und wenn man dann auch noch an den einzelnen Pflanzen herumschneidet, kann es schonmal den ein oder anderen Verlust geben.





    7. Abmoosen