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Byblis - Regenbogenpflanze





Verbreitungskarte


Alle auf dieser Seite aufgeführten Byblis-Arten sind in der folgenden Verbreitungskarte eingezeichnet. Die Angaben zum Verbreitungsgebiet einer Art habe ich größtenteils aus dem Internet oder aus Büchern bezogen.
Die Gattung Byblis kommt nur in Australien vor, so dass die Karten nur diesen Kontinent zeigt.









Byblis filifolia

Byblis filifolia kultivierte ich zum ersten Mal im Jahre 2003. Ich habe mir einige Sämlinge auf der Jahreshauptversammlung der GFP besorgt in der Hoffnung, dass diese Art ebenso gut bei mir wächst wie Byblis liniflora (siehe unten). Die kleinen Sämlinge habe ich dann erst einmal vorsichtig aus ihren 5er-Töpfen ausgetopft und in große 17-er Töpfe gepflanzt. Dabei habe ich wie bei Byblis liniflora darauf geachtet, dass ich die Wurzeln in einem Erdballen lasse und sie dann komplett mit Erde in das frische Substrat einsenke. Ein komplettes Umtopfen haben Pflanzen dieser Gattung bei mir tatsächlich noch nie überlebt.
Nachdem alle sechs Sämlinge gut angewachsen waren und die ersten Blütenknospen zu sehen waren, bin ich drei Wochen lang in den Urlaub gefahren. Was ich sah, als ich wiederkam, habe ich unten auf dem ersten Foto festgehalten. Größe von der Substratoberfläche bis zur Triebspitze: 65 Zentimeter. Anscheinend habe ich einen großwüchsigen Typ erwischt ;)
Erwähnenswert ist bei dieser Art noch die Vermehrung: Neben Kopfstecklingen funktioniert die Vermehrung über Samen am Besten. Allerdings gibt es hier zwei Besonderheiten: der Pollen löst sich nur aus dem Staubbeutel, wenn man eine Vibration verursacht. Das kommt daher, dass die in Australien heimischen Pflanzen ihre Pollen nur dann freigeben, wenn ein bestäubendes Insekt an der Blüte ist. Die hohe Frequenz des Flügelschlages verursacht dann eine Vibration, der Pollen wird freigegeben und fällt auf das Insekt. Ahmt man diesen Vorgang mit einer angeschlagenen Stimmgabel nach, kann man einen regelrechten Nebel an Pollen verursachen. Ich habe gehört, dass man auch mit einem einfachen Gegenstand wie einem Plastikschildchen, mit dem man die Staubbeutel hin- und herbewegt, Erfolg hat.
Die zweite Besonderheit bei der Vermehrung ist die Vorbehandlung der Samen mit GA3. Genauso wie Byblis gigantea, Drosophyllum lusictanicum und einige wenige andere karnivore Pflanzen benötigt Byblis filifolia diese, damit die Samen keimen. Die Keimrate ist bei mir bisher immer sehr gut gewesen - vorausgesetzt man sorgt für genug direktes Sonnenlicht.

ausgewachsene Pflanzen

Stempel und Staubbeutel

Blüte

Stamm

Blüten

Blüten

2 Monate alte Pflanzen

4 Monate alte Pflanzen



Weitere Informationen zu Byblis filifolia:
LITERATUR:
Carnivorous Plants of Australia Vol. 3 von Allen Lowrie, S. 265 ff |
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Byblis filifolia





Byblis gigantea

Byblis gigantea ist wesentlich schwieriger zu halten als Byblis liniflora. Leider habe ich noch nie eine Pflanze in Kultur gehabt und kann deswegen nicht sehr viel zur Kultur sagen. B. gigantea ist auf jeden Fall wesentlich empfindlicher was Staunässe und Sonne angeht.



Weitere Informationen zu Byblis gigantea:
LITERATUR:
Carnivorous Plants of Australia Vol. 3 von Allen Lowrie, S. 268 ff | The Savage garden von Peter d'Amato, S. 181 f
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Byblis gigantea





Byblis lamellata

Im Herbst 2003 bekam ich von Julian Pohl Samen dieser Art, die von ihm auch mit Byblis gigantea var. 'Eneabba' bezeichnet wurde. Das Synonym dafür scheint Byblis lamellata zu sein, auf jeden Fall ähnelt die Wuchsform der strauchbildenden Byblis gigantea eher als B. filifolia & B. liniflora, die einen aufrechten Stamm mit seitlich wachsenden Blättern bilden.
Byblis lamellata stellt sehr hohe Ansprüche an Substrat, Licht, Luftfeuchte und Wässerung. Meine Pflanzen stehen in fast reinem Quarzsand mit etwas Perlite, feinem Korkschrot und vielleicht zwei Eßlöffeln Torf pro Topf (ca. 10 cm Durchmesser). Dieses Substrat sollte dann ab und zu mal trocken stehen, auf Anstau haben schon die Sämlinge mit Absterben reagiert. Eine hohe Luftfeuchte trägt zur Bildung von Klebetropfen bei, allerdings auch zum Schimmeln des Mooses auf dem Sand. Licht kann die Pflanze - wie alle Byblis - Arten - natürlich nicht genug bekommen.

Byblis lamellata



Weitere Informationen zu Byblis lamellata:
LITERATUR:

WEB:





Byblis liniflora

Byblis liniflora ist die am leichtesten zu haltende ihrer Art. Sie ist so ziemlich die am schnellsten wachsende Pflanze unter den Karnivoren. Schon nach drei Monaten setzen die meisten Sämlinge Blüten an, sofern sie genug Sonne bekommen. Byblis liniflora ist einjährig, eine im Frühjahr gezogene Pflanze stirbt im Winter ab und treibt auch nicht wieder aus. Sie bildet aber in der Regel so viele Samen aus, dass man sich um die Erhaltung seiner Pflanzen keine Sorgen machen muss.
Byblis liniflora benötigt viel Sonne und sehr sandiges Substrat. Die Luftfeuchtigkeit ist ihr bei mir relativ gleichgültig, obwohl es öfter heißt, sie benötige mindestens 60%. Auch dass ich sie laufend im Anstau bewässere, nimmt sie mir nicht weiter übel.
Die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Samen. Die Samen sind im Kühlschrank bedingt haltbar. Sie sollten unbedingt in die Endgefäße ausgesät werden, da das Umtopfen aufgrund der Zerbrechlichkeit der Pflanze sehr schwierig ist.

Schon nach ca. dreieinhalb Monaten kann man die ersten Samen ernten. Diese keimen ohne Vorbehandlung recht schnell, können aber auch kühl und trocken bis zum nächsten Frühjahr aufbewahrt werden. Ein Pilzschutzmittel bei der Aussaat hat sich als sinnvoll erwiesen, da die Samen es gerne feucht und warm haben. Einige Samen habe ich probeweise vorgequollen und den Rest unbehandelt ausgestreut. Es wird sich zeigen, ob und welche Vorbehandlung die Samen am liebsten haben. Man sollte die nicht keimende Samen zwischen keimenden keinesfalls aufgeben. Nach einem ersten großen Keimschub keimen Wochen später noch vereinzelte Samen.

Diese Pflanze gehört mittlerweile für mich zu den schönsten Karnivoren überhaupt, seit ich einige Exemplare im Botanischen Garten der Universität Karlsruhe gesehen habe: Sie sahen aus wie kleine, glitzernde Weihnachtsbäumchen.


So, und nun gibts Fotos, Fotos, Fotos von dieser tollen fleischfressenden Pflanze!




Pflanzen

Ausgewachsene Pflanze

1 1/2-jährige Pflanze

Blatt mit Beute

Blüte

Nahaufnahme Staubbeutel

Geschlossene Blüte

Samenkapsel

Nahaufnahme Samen

Blüte

Laub

Blühende Pflanzen

Nahaufnahme

Nahaufnahme



Weitere Informationen zu Byblis liniflora:
LITERATUR:
Carnivorous Plants of Australia Vol. 3 von Allen Lowrie, S. 272 ff | The Savage garden von Peter d'Amato, S. 183
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Byblis liniflora | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Byblis