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Cephalotus - Zwergkrug







Cephalotus follicularis

Cephalotus follicularis ist die einzige Art dieser Gattung (botanischer Ausdruck: "monotypische Gattung"). Die Pflanze wächst rosettenförmig dicht über dem Boden und bildet im Sommer kleine Krüge, im Winter nichtkarnivore kleinere Blätter. Insgesamt wird ein Zwergkrug nicht größer als eine Handfläche (abgesehen von einigen großwüchsigen Typen), die Krüge werden in der Regel 3-4 cm groß. Die Krüge besitzen einen gewölbten Deckel, der dicht über den Krug gesenkt werden kann (zum Beispiel bei zu viel Sonne oder wenn der Pflanze sonst irgendetwas nicht passt). Weitere Merkmale sind der stark gerillte Rand der Krüge und die teilweise stachelig wirkende Behaarung.
Die Haltung von Cephalotus wird immer als sehr schwierig beschrieben. Tatsächlich gibt es Halter, bei denen die Pflanze völlig problemlos mit Sonnentauen oder anderen Pflanzen zusammenwächst. Ich scheine glücklicherweise dazuzugehören - Zwergkrüge wachsen bei mir die meiste Zeit über im Freien, im Winter unter Kunstlicht oder auch mal ohne. Die Vermehrung (siehe auch weiter unten) ist ebenfalls unproblematisch, die jungen Pflanzen wachsen recht schnell heran.

Ich halte diese Art sowohl in reinem Torf als auch sehr sandigem Substrat. Sie stehen den Sommer über komplett im Anstau, im Winter etwas trockener. Probleme hatte ich bisher nur mit zu viel Sonne im Winter, mehrere Male ist eine Pflanze richtiggehend welk geworden und eingegangen. Sofern ich aber im Sommer den Zwergkrügen die schattigeren Plätze überlasse, passiert auch das eher selten. Durch Schädlinge, Wurzelfäule oder andere Wurzelkrankheiten sowie zu wenig Licht habe ich bisher noch keine einzige Pflanze verloren. Deshalb kann ich dazu hier wenig sagen. Definitiv vertragen Zwergkrüge aber Spruzid in geringeren Mengen. Wenn man sich die Mühe macht, die Krüge vorher zu verschließen, dann ist es sogar in größeren Mengen gut verträglich.


Ausgewachsene Pflanze mit Winterblättern Austreibender Blattsteckling Junger Krug in Nahaufnahme



Vermehrung durch Blattstecklinge



Da die Vermehrung über Samen bei Cephalotus sehr langwierig ist, habe ich ein wenig mit Blattstecklingen herumexperimintiert. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die Winterblätter der Pflanze am Besten in lebendem Sphagnum austreiben. Daher werde ich diese Methode kurz beschreiben.

In einen möglichst großes, gut belüftetes Gefäß habe ich lebendes (sprich grünes) Sphagnum gefüllt, welches ich vorher gründlich gewaschen habe. Die abgetrennten Winterblätter des Cephalotus werden bis zum Blattansatz hineingesteckt und das Moos drumherum gut angedrückt, um Austrocknung zu verhindern. Das ganze wird dann an einen möglichst hellen Standort gestellt. Direkte Sonne ist gut solange das Moos nicht austrocknet. Das Gefäß muss entgegen der allgemeinen Meinung nicht abgedeckt werden. Eine Abdeckung würde nur Pilze und Schimmel hervorrufen. Die Blattansätze befinden sich im Moos, so dass allein die Luftfeuchtigkeit innerhalb des Gefäßes zählt. Kann sich jemand einen feuchteren Platz vorstellen als in einem nassen Klumpen Sphagnum?



Bei Stecklingsansätzen in torfhaltigem Substrat passiert es mir öfter, dass der Steckling schon nach wenigen Tagen braun wird. Bei der Methode mit Sphagnum kommt das nur sehr selten vor. Die Blätter bleiben kräftig und nehmen in der Sonne sogar eine rötliche Färbung an. Überlebten die Blätter die erste Woche in gutem Zustand, so trieben sie dann auch hundertprozentig aus.
Nach etwa 4-6 Wochen sollte es dann soweit sein. Das lockere Moos kann leicht mal beiseite geschoben werden, um den Ansatz des Winterblattes anzuschauen. Die Wurzeln werden im weichen Moos schön lang, sind schneeweiß und brechen leider sehr leicht ab. Meist haben die Blätter eine zweitriebige Wurzel gebildet, während die ersten Blattansätze oben austrieben.



Die Wurzeln sollten im Moos nicht zu lang werden, da sonst das Einpflanzen in Substrat sehr schwierig wird. Wie gesagt brechen die Wurzeln sehr leicht, sie sind kaum biegsam und lösen sich zudem leicht vom Blattansatz. Ich habe mehr Stecklinge durch abgebrochene Wurzeln verloren als durch nicht angehende Blätter - also bitte wirklich vorsichtig sein! Der oben abgebildete Steckling war definitiv zu lange im Moos - die Wurzeln färben sich schon braun und sind viel zu lang. Einen geeigneten Topf habe ich für dieses Blatt nicht mehr gefunden.
Das Substrat, in das die Stecklinge gepflanzt werden, sollte sehr sandig und vor allem sehr locker sein. Auf keinen Fall die Erde um das Blatt herum fest andrücken - das kann ein paar Wochen später immer noch geschehen. Die getopften Stecklinge benötigen nun keine besondere Behandlung mehr - sie können wie ausgewachsene Sumpfkrüge weiterkultiviert werden.



Anmerken möchte ich noch, dass ich diese Methode nur mit nicht karnivoren Winterblättern ausprobiert habe. Die Krüge waren mir einfach zu schade - außerdem denke ich, dass diese mehr Energie benötigen als ein einfaches Blatt. Das Blatt bzw. der Krug muss ja noch versorgt werden, sonst kann der Steckling nichts werden.


Weitere Informationen zu Cephalotus follicularis:
LITERATUR:
Carnivorous Plants of Australia Vol. 3 von Allen Lowrie, S. 128 ff | The Savage garden von Peter d'Amato, S. 168 ff
WEB:
http://www.drosophyllum.com >> Arten >> Cephalotus | http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Cephalotus follicularis | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Cephalotus