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Utricularia - Wasserschlauch







Seit einigen Monaten beschäftige ich mich nun mal wieder mit einer weiteren Gattung - auch wenn der Platz für die anderen schon knapp genug ist. Mit ganz einfachen Pflanzen fängts immer an, bei den Wasserschläuchen heißt das terrestrische Arten, die sich bei vielen wie Unkraut vermehren. Und ich muss sagen, sie wachsen wirklich nicht gerade langsam und sind sehr dankbare Anfängerpflanzen. Man darf nur nicht den Fehler begehen und von der erfolgreichen Kultur von Utricularia sandersonii und co. auf die Gesamtheit der Utricularien schließen. Denn es soll einige sehr komplizierte Arten geben, die, wenn man ganz großes Glück hat, vielleicht einmal im Jahr ein neues Blatt bilden.
Deswegen: Fortgeschrittene, die hier nach Tipps suchen, können gleich wieder verschwinden, hier wirds erst einmal nur Anfängerarten von einer Utri-Anfängerin für andere Utri-Anfänger geben!

Eine Kleinigkeit noch zum Thema "fleischfressend", falls sich jemand fragt, wo und wie diese Dinger dies überhaupt tun: Utricularien sind Saugfallen, sie haben winzige Fangblasen an den Wurzeln, mit denen sie (sofern die Wurzeln im Wasser sind) kleinste Tierchen im Wasser fangen können. In den Kammern wird ein Unterdruck aufgebaut. Durch die Reizung eines Haares wird eine Art Tür zum Innern der Blase blitzartig geöffnet und das Opfer wird eingesaugt. Danach schließt sich die "Tür" wieder und die Beute wird verdaut. Ich denke, das ist ganz interessant, leider kann man die ganze Sache schlecht beobachten, wer sitzt denn schon stundenlang vor einem Marmeladenglas und wartet auf den nächsten Wasserfloh, der durch Wasser und Torf geschwommen kommt...und selbst wenn - man hätte garkeine Chance, denn erstens sind die Fangblasen meist kleiner als ein Stecknadelkopf und zweitens ist die Fangbewegung ist extrem schnell. Vielleicht sogar die schnellste Bewegung im ganzen Pflanzenreich, aber darüber streitet man sich natürlich noch...


Utricularia alpina

Herkunft: Zentral- und Südamerika
Wuchs: terrestrisch, bodendeckend, mehrjährig
Blüte: bis zu 4 cm, weiß mit gelbem Fleck, eine pro Blütenstiel
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: im Sommer warm und sonnig, im Winter kühl und hell, tiefe Töpfe mit genügend Ausbreitungsmöglichkeiten
Schwierigkeitsgrad:

Utricularia alpina gehört zu den größeren Utricularien. Die Blätter können 10 cm Länge erreichen und wachsen gerade in die Höhe. Überirdische Ausläufer sorgen für ein dichtes Netz an Pflanzen, solange man genügend große Töpfe verwendet.
Im Winter sollte die Pflanze kühler gehalten werden, andernfalls fällt die Blüte im nächsten Jahr aus. Die recht großen Blüten haben bei mir in Kultur noch keine Samen angesetzt, was aber nicht weiter tragisch ist, da die Pflanze sich auch so sehr schnell ausbreitet.

Utricularia alpina Utricularia alpina Blüte


Weitere Informationen zu Utricularia alpina:
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 228
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia alpina





Utricularia blanchetii

Herkunft: Brasilien
Wuchs: terrestrisch, bodendeckend, mehrjährig
Blüte: bis zu 0,7 cm lang, violett/gelbe, bis zu 3 an einem Blütenstiel
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: ganzjährig warm und sehr feucht, nicht zu viel direktes Sonnenlicht, sehr sandiges Substrat und tiefe Töpfe mit genügend Ausbreitungsmöglichkeiten
Schwierigkeitsgrad:

Utricularia blanchetii hätte ich beinahe als grasähnliches Gewächs abgestempelt, tatsächlich sieht sie aber demselben nur sehr ähnlich. An den kleinen Blüten, die sie hervorbringt, kann man sie dann eindeutig als Wasserschlauch identifizieren. Plantarara zeigt in der Galerie ein sehr eindrucksvolles Foto vom Blattwuchs der Pflanze, sie bildet dort einen dichten, aufrechten Teppich. Bei mir liegen die einzelnen Blätter eher flach am Boden an, sie erreichen nicht mehr als einen Zentimeter Länge.
Ich halte die Pflanze in einem Topf im Terrarium bei relativ hoher Luftfeuchte unter einer Leuchtstoffröhre im ständigen Anstau, was ihr anscheinend gut bekommt, sie bildet zumindest einige Blütenstiele aus.

Kleine Anmerkung: Fotos von den Blüten dieser Pflanze werden mit geringer Tiefenschärfe sehr schön. Das liegt an den intensiven Färbungen (gelb und violett). Beide Fotos unten sind absichtlich mit kleiner Blendenzahl geschossen, um geringe Tiefenschärfe zu erreichen.


Utricularia blanchetii Blüten Utricularia blanchetii Blüte


Weitere Informationen zu Utricularia blanchetii:
LITERATUR:

WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia blanchetii





Utricularia calycifida

Herkunft: Südamerika (Venezuela, Brasilien, Guyana, Surinam)
Wuchs: terrestrisch, mehrjährig
Blüte: violett bis rosa
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: Anspruchslos was Temperatur und Luftfeuchte angeht, nicht zu viel direkte Sonne. Kann ganzjährig im Terrarium kultiviert werden
Schwierigkeitsgrad:

Diese Art unterscheidet sich mit Ihren recht großen, schön gemaserten Blättern deutlich von den anderen Utricularien. Auch die Blüte ist mit einem ungewöhnlich dicken, aufrecht wachsenden Stiel eher ungewöhnlich für eine terrestrisch wachsende Utricularia. Die Kultur der Pflanze wird allgemein als einfach beschrieben, bei mir wollte sie allerdings am Anfang so gar nicht wachsen. Von den vielen verschiedenen Standorten, die ich für die Pflanzen ausprobiert habe, hat letzten Endes nur ein kleines Terrarium mit Utricularia blanchetii und zwei kleinwüchsigen Nepenthes Hybriden seinen Dienst getan. Dort wächst die Pflanze mit Utricularia blanchetii um die Wette. Die Blätter werden bis zu 3 cm groß und die Pflanze treibt jede Menge Blüten.
Das Terrarium steht schattig und wird mit nur einer kleinen Leuchtstoffröhre beleuchtet. Die Utricularien wachsen in einem Torf-Sand-Gemisch, wobei beide Arten sich mittlerweile auch im Nepenthes-Substrat wohlfühlen. Utricularia calycifida mag es wohl generell eher schattig, direktes Sonnenlicht verträgt sie kaum. Außerdem soll man sie sehr kühl halten können (bis zu 7°C), was ich selber aber noch nicht ausprobiert habe.

Utricularia calycifida


Weitere Informationen zu Utricularia calycifida:
LITERATUR:

WEB:





Utricularia livida 'South Africa'

Herkunft: Südafrika und Mexiko
Wuchs: terrestrisch, bodendeckend, mehrjährig
Blüte: bis zu 1 cm lang, weiß/blaßviolette Blüten, bis zu 5 an einem Blütenstiel
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: ganzjährig warm und sehr feucht, nicht zu viel direktes Sonnenlicht, sehr sandiges Substrat und tiefe Töpfe mit genügend Ausbreitungsmöglichkeiten
Schwierigkeitsgrad:

Ich habe gelesen, dass unter dem Begriff 'Utricularia livida' etwa 160 (?) ähnliche Arten zusammengefasst worden sind, welche nun nur noch durch Nebenbezeichnungen wie 'South Africa' unterschieden werden. Vielleicht kann mich mal jemand belehren, die Zahl erscheint mir doch etwas hoch.
Wie auch immer, eine sehr, sehr leicht zu kultivierende Art, die gerne alles überwuchert, was sie erreichen kann. Ihre kleinen, länglichen Blätter und weiß/lila Blütchen können einen schönen, dichten Teppich bilden. Ich halte mehrere Töpfe an verschiedenen Stellen, teils auch Gläser, bis jetzt ist sie überall gut gewachsen. Sogar direkte Sonne hat sie vertragen, obwohl das ja wohl eigentlich nicht zu empfehlen ist. Ganz allgemein mag sie es wohl ganzjährig warm (um die 20 °C), ich habe des Öfteren auch von Nachtabsenkungen gelesen. Wasser sollte sie immer genug haben, also immer in 1-2 cm Flüssigkeit stehen lassen. Eine einigermaßen hohe Luftfeuchte ist angemessen, ansonsten gibts schnell mal braune Blätter und welke Stellen an den Pflanzenteilen. Alles in allem furchtbar anspruchslos.

Utricularia livida Blätter Utricularia livida Blüte


Weitere Informationen zu Utricularia livida:
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 224
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia livida | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Utricularia





Utricularia praelonga

Herkunft: Brasilien
Wuchs: terrestrisch, bodendeckend, mehrjährig
Blüte: gelb
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: im Sommer warm und sonnig, im Winter kühl und hell, tiefe Töpfe mit genügend Ausbreitungsmöglichkeiten
Schwierigkeitsgrad:

Utricularia praelonga hat sich bei mir zu einem regelrechten Unkraut entwickelt. Ich habe in einem Terrarium, in dem ich normalerweise Queensland-Drosera halte, einen Bereich von etwa 20 x 30 cm mit Hilfe einer Glasscheibe vom Rest der Erde abgeteilt. Dort habe ich einen kleinen Ausläufer der Pflanze eingesetzt. Nach einem Monat hatte sie bereits die Hälfte des Bereiches ausgefüllt. Im Topf vorher ist sie dagegen nur sehr langsam gewachsen. Durch die vielen langen fadenähnlichen Blätter sieht das Terrarium mittlerweile ziemlich verwildert aus. Einmal wöchentlich muss ich Ausläufer entfernen, die sich über die Trennwand hinwegsetzen wollen.
Ich habe erfahren, dass die Pflanze nur blühen wird, wenn ich sie im Winter sehr kühl halte. Leider kann ich das wohl mit meinem Terrarium nicht machen, da mir sonst die Sonnentaue eingehen. Ich werde aber Teile der Pflanze ausgraben und kühl überwintern, da die Blüten sehr schön sein sollen.

Utricularia praelonga
im Terrarium
Blüte


Weitere Informationen zu Utricularia praelonga:
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 226
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia praelonga | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Utricularia





Utricularia reniformis 'small'

Herkunft: Zentral- und Südamerika
Wuchs: aufrecht wachsend, mehrjährig
Blüte:
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: Sowohl für Terrarien als auch für die Fensterbank bei ganzjährig gleichen Bedingungen geeignet (warm, luftfeucht, hell, nicht zu sonnig)
Schwierigkeitsgrad:

Die kleinere Form bildet wesentlich mehr Blätter als die "große Schwester" und ist etwas anspruchsloser, was Licht und Luftfeuchte angeht. Sie wächst bei mir sowohl in Terrarien als auch auf der Fensterbank gleich gut und vermehrt sich schnell, sobald man ihr genug Platz zum Wachsen gibt.

Utricularia reniformis 'small'


Weitere Informationen zu Utricularia reniformis 'small':
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 229
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia reniformis | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Utricularia





Utricularia reniformis 'large'

Herkunft: Zentral- und Südamerika
Wuchs: aufrecht wachsend, mehrjährig
Blüte: rosafarben mit gelber Mitte, sehr groß
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: Sowohl für Terrarien als auch für die Fensterbank bei ganzjährig gleichen Bedingungen geeignet (warm, luftfeucht, hell, nicht zu sonnig). Kann auch kühle Winterruhe halten.
Schwierigkeitsgrad:

Utricularia reniformis ist eine sehr robuste und großwüchsige Pflanze. Sie steht bei mir den Sommer über draußen und im Winter kühl im Wintergarten. Sie ist anspruchslos, was Luftfeuchte und Staunässe angeht. Ich halte sie außerdem erfolgreich in Sphagnum als auch in einem Torf/Sand-Gemisch. Einzig pralle Mittagssonne versuche ich zu vermeiden, da die Blätter schnell Spuren von Verbrennungen zeigen. Bei guten Bedingungen bildet die Pflanze so riesige Blätter mit bis zu 17 cm Durchmesser aus.
Nachdem ich meine größte Pflanze zum Frühjahr 2004 in einen sehr großen Topf (ca. 35 cm Durchmesser) gepflanzt habe, trieb sie Anfang 2005 eine wunderschöne Blüte. Ohne eine kalte Ruhepause und ausreichend große Töpfe ist die Pflanze wohl nicht zum Blühen zu bringen.
Die Blüten sind violett und ca. 4-5 cm breit. Sie bleiben sehr lange geöffnet. Der Blütenstiel ist leider sehr unbeweglich, wodurch er leicht abgeknickt werden dann.

Utricularia reniformis 'large' Austrieb im Frühjahr nach der Blüte Ungeöffnete Blütenknospen Blüte
Blüte Nahaufnahme der Blütenfront


Weitere Informationen zu Utricularia reniformis 'large':
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 229
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia reniformis | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Utricularia





Utricularia sandersonii

Herkunft: Südafrika
Wuchs: terrestrisch, bodendeckend, mehrjährig
Blüte: bis zu 0,8 cm lang, weiß/blaßviolette Blüten, bis zu 6 an einem Blütenstiel
Fallentyp: aktive Saugfalle
Haltungsbedingungen: ganzjährig warm und sehr feucht, nicht zu viel direktes Sonnenlicht, sehr sandiges Substrat und tiefe Töpfe mit genügend Ausbreitungsmöglichkeiten
Schwierigkeitsgrad:

Utricularia sandersonii bildet etwas kleinere Blätter und Blüten als Ut. livida. Die Blüten sind auch nicht ganz so filigran geformt, sie ähneln entfernt der Form von Löwenmäulchen. Die Öffnung oben und der lilafarbene Bauch unten stehen dabei schräg nach vorne.
Die Blätter dieser Art sind etwas kleiner und flach anliegender als die von Ut. livida. Ich kultivieren beide Arten exakt gleich, was ihnen bis jetzt noch nicht geschadet hat.

Utricularia sandersonii Utricularia sandersonii Blüte Utricularia sandersonii Blüten


Weitere Informationen zu Utricularia sandersonii:
LITERATUR:
The Savage garden von Peter d'Amato, S. 224 f
WEB:
http://www.fleischfressendepflanzen.de/db/index.ffp >> Arten >> Utricularia sandersonii | http://www.utricularia.net >> Kulturtips >> Utricularia